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Wohin in den Weinurlaub?

Es ist eine Binsenweisheit: Besuche ich jemanden zu Hause, lerne ich ihn am Besten kennen. Und Weinliebhaber nicken auch bei einer zweiten Weisheit: Nämlich, wenn sie von der Erfahrung hören, ein Wein schmeckt da am besten, wo er herkommt. Den Geburtsort eines Weines zum Reiseziel zu nehmen, bietet sich daher an.

Beim Blauen Portugieser wird es schwierig, seine Heimat zu erkunden. Als eine der wirklich alten Rebsorten ist seine Herkunft nicht bis zum Letzten geklärt. Und auch der Name, Portugieser, ist kein verlässlicher Hinweis: In Portugal ist die Traube gänzlich unbekannt. Aber man muss es ja nicht so genau nehmen und nach der endgültigen Heimat forschen; sicher ist, die ersten bekannten Anbaugebiete liegen an den Donauhängen in Österreich. Von dort hat er sich nach ganz Südosteuropa ausgebreitet und auch in den Norden nach Deutschland hat es der Rotwein geschafft. In Deutschland sollten sie in die Pfalz, dort wird immerhin die Hälfte des deutschen Blauen Portugieser angepflanzt.

Der blaue Portugieser ist ein klassischer Schoppenwein, leicht, süffig, frisch; und wird entsprechend jung getrunken. Man kann ihn sich vorzüglich zur Pfälzer Vesperplatte, mit Bauernbrot und Leber- und Blutwurst vorstellen. Auch ins eher ländliche Österreich passt er vorzüglich und zur dort heimischen Küche. Mancher Winzer baut seinen Portugieser auch als Rosé aus, also lässt ihn wie einen weißen Wein nicht auf der Maische gären, damit die blauen Trauben nicht viel Farbstoff an den Wein abgeben. Da sind wir auch schon bei der Erklärung des Namens blauer Portugieser, es sind die kräftig blauen Trauben, die da Pate gestanden haben.


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